Krieg, Klang und Mondlicht
- 3 Jun 2026
- Klaus Huber
Krieg, Klang und Mondlicht
Drei neue Gedichte zwischen Mahnung, Trost und stiller Bewunderung
Wenn Waffen zerschlagen, was Menschen aufgebaut haben, braucht es Einsicht und Versöhnung. Klaus Hubers Mahnung ist klar:
Verhängnis
Wenn so viele sich bekriegen,
geht es nur darum, zu siegen
und den andern – ungebrochen –
für sein Ziel zu unterjochen.
Was die Waffen nun zerschlagen,
gilt es nach heillosen Tagen
wieder mühsam aufzubauen.
Nötig wäre, zu vertrauen,
dass wir Ziele nur erreichen,
wenn wir auch ein Hoffnungszeichen
gegenüber andern setzen,
indem wir nicht verletzen,
sondern nur mit ihnen ringen,
um sie zur Vernunft zu bringen.
Solche Einsicht ist ein Muss
für Versöhnung bald zum Schluss.
Wo findet die Seele Zuflucht, wenn die Welt tobt? In der Musik. Leise Töne, die die Zeit dehnen und ein Refugium schaffen:
Klassische Musik
Klassisch klingen leise Töne,
womit ich das Ohr verwöhne.
Endlos scheinen solche Stunden,
wenn ich stilles Glück gefunden.
Wenn sie schließlich doch verhallen
– ewig bleibt mir das Gefallen,
dass die Stunden mir bewiesen,
wie sie hierbei langsam fließen.
Mir verbleibt das Fluidum
wohltuend als Refugium.
Und wenn es Nacht wird, richtet Klaus Huber den Blick nach oben – und findet im Mond einen alten Vertrauten:
An den Mond
Wenn du deine Wege gehst
– schön, wenn du am Himmel stehst,
erst als dünne Sichel noch.
Hoffnung bleibt, dass du bald doch
als ein Vollmond uns erscheinst
und uns innerlich vereinst.
Bisweilen wirst du vermisst,
wenn du nicht zu sehen bist.
Die Geduld wird strapaziert
– auch, wenn es dann dazu führt,
dass man dich gern neu begrüßt:
Was den Anblick mir versüßt,
ist dein zauberhaftes Bild,
das mich innerlich erfüllt.



